Alles kommt vom Bergmann her,

Denn die reichen Vorkommen an Silber, Zinn, Kupfer, Blei und anderen Bodenschätzen waren es, die vom 12. Jahrhundert an das Geschick des Landes und der Menschen bestimmten.
Sie brachten den Reichtum für den Bau prächtiger Burgen und Schlösser wie z.B. Augustusburg, dem Jagd- und Lustschloss des Kurfürsten August I. von Sachsen.
Der Bergbau lieferte aber nicht nur Silber, sondern auch eine unendliche Vielfalt an Motiven, die die Bergleute an Ihren Feierabenden künstlerisch umsetzten. 
Als dann ab Mitte des 17. Jahrhunderts die Vorkommen erschöpft waren und sich der Bergbau immer mehr zurückentwickelte, wurde Drechslerei und Schnitzerei zur neuen Existenzgrundlage der Bergleute.

So entstanden in den letzten Jahrhunderten die so typischen, auf der Welt einzigartigen Holzkunstwerke:

 

Der Nußknacker symbolisiert die Obrigkeit, der man so manche harte Nuß zu beißen gab. Daher die königliche Ausstattung bzw. das soldatische Aussehen dieser weltberühmten, jahrhundertealten Persönlichkeiten. Literatisch durch E.T.A. Hofmanns Kindermärchen "Nußknacker und Mäusekönig" unsterblich gemacht, fand der grimmige Geselle auch in Heinrich Hoffmanns Erzählung "König Nußknacker und der arme Heinrich" (1871) Erwähnung. Die heute weltberühmten Seiffener Nußknacker entstanden der Überlieferung nach erstmalig um 1870 in der Werkstatt Wilhelm Füchtners. An Ihrem Grundaufbau hat sich bis heute nichts geändert.




Die Räuchermännchen hingegen sorgen für Gemütlichkeit und Geborgenheit und verkörpern die vertrauten Gestallten des Alltags: den Spielzeughändler, den Schäfer, Musiker und andere Volkstypen. Um Ihre Pfeife in Gang zu setzen, wird das Oberteil des Männleins abgenommen, ein glimmendes Räucherkerzchen hineingestellt und der Oberkörper wieder aufgesetzt. Und schon erfüllt sich der ganze Raum mit weihnachtlichem Duft.




Engel und Bergmann.
Der Engel hat im Erzgebirge eine ganz besondere Bedeutung: Er ist die Frau des Bergmanns und bringt Licht in sein Leben.
Aufgrund seiner schweren Arbeit unter Tage war das Licht dem Bergmann schon immer nicht nur einfache Beleuchtung. Der warme Glanz des Lichtes wurde für ihn vielmehr zum Sinnbild für das Leben. Noch heute ist es im Erzgebirge Brauch, zur Weihnachtszeit so viele Lichterengel in die Fenster zu stellen, wie Mädchen im Haus sind und so viele Leuchter-Bergmänner wie Jungen.




Es ist die Sehnsucht nach dem Licht.
Aus dem Wunsch der Bergleute hervorgegangen, die bereits im Mittelalter das Erz hier aus dem Gebirge brachen, liegt darin der Ursprung vieler Motive erzgebirgischer Handwerkskunst verborgen. Wer heute zur Weihnachtszeit durch die Städte und Dörfer des Erzgebirges fährt, wird Ihnen übermannsgroß auf öffentlichen Plätzen oder in vielen Fenstern begegnen: Dem festlichen Lichterglanz der Schwibbögen. Seit mehr als 250 Jahren ist er untrennbar mit der Erzgebirgsweihnacht verbunden. Der Johnageorgenstädter Bergschmied Johann Teller soll um 1726 den ersten schmiedeeisernen Leuchter in dieser Art angefertigt haben. Nach der Überlieferung hat die Form einen Bergmännischen Ursprung: So haben am "Zechenheiligabend" die Bergleute zur letzten Schicht vor dem Weihnachtsfest, der sogenannten Mettenschicht, ihre brennenden Grubenlampen wie das Mundloch des Stollens halbkreisförmig an die Wand gehängt.